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Imagefilm oder Social Media Videos: Was braucht ein KMU?

Imagefilm oder Social Media Videos: Was braucht ein KMU?

«Wir bräuchten mal einen Imagefilm.» So beginnen viele unserer Erstgespräche. Ein paar Fragen später zeigt sich oft: Gesucht ist eigentlich etwas anderes. Der Betrieb will gesehen werden, Kunden gewinnen oder Leute finden. Ob dafür ein Imagefilm oder regelmässige Social Media Videos besser passen, ist die eigentliche Frage. Dieser Beitrag hilft Ihnen, sie für Ihr KMU zu beantworten.

Vorweg, damit Sie es einordnen können: Wir machen beides. Den grössten Teil unserer Arbeit machen heute aber regelmässige Videos für Social Media aus. Wir versuchen trotzdem, fair zu vergleichen. Es gibt Fälle, in denen ein Imagefilm klar die bessere Wahl ist.

Was ein Imagefilm ist und was er leistet

Ein Imagefilm zeigt Ihr Unternehmen als Ganzes: wer Sie sind, was Sie machen, wie es bei Ihnen aussieht. Meist ist er ein bis drei Minuten lang, sorgfältig geplant und an einem oder mehreren Drehtagen entstanden. Er lebt lange. Ein guter Imagefilm steht drei, vier Jahre auf der Website, läuft an Messen, in Präsentationen und im Bewerbungsprozess.

Seine Stärke ist Vertrauen. Wer Ihre Website besucht, weil er Sie schon in Betracht zieht, will sehen, mit wem er es zu tun hat. Hier überzeugt ein ruhiger, hochwertiger Film.

Seine Schwäche: Er wird selten gesucht und noch seltener geteilt. Auf Instagram oder Facebook scrollt man an einem dreiminütigen Firmenporträt meist vorbei. Ein Imagefilm holt also kaum neue Leute ab. Er überzeugt die, die schon da sind.

Was Social Media Videos sind und was sie leisten

Social Media Videos sind kurz, meist 15 bis 45 Sekunden, im Hochformat und für das Handy gemacht. Sie zeigen einen Ausschnitt: einen Handgriff, ein Vorher-Nachher, eine Kundenfrage, einen Mitarbeiter bei der Arbeit. Ihre Stärke ist Regelmässigkeit. Wer jeden Monat zwei bis vier neue Videos zeigt, bleibt im Kopf.

Und sie lassen sich bewerben. Ein kurzes Video mit klarer Botschaft kann man mit Werbebudget gezielt Menschen in Ihrer Region zeigen, die Sie noch nicht kennen. Damit holen Social Media Videos neue Leute ab, was ein Imagefilm selten schafft.

Ihre Schwäche: Ein einzelnes Video lebt nur kurz. Nach ein paar Wochen ist es aus dem Feed verschwunden. Social Media Videos wirken nur als Serie. Wer drei Videos macht und dann aufhört, hat wenig davon.

Was beides kostet

Für einen Imagefilm nennen Schweizer Anbieter Spannen von wenigen tausend Franken für ein kurzes Porträt mit einem Drehtag bis zu fünfstelligen Beträgen für Produktionen mit mehreren Drehtagen, Darstellern oder Drohne. Die grössten Posten sind Konzept, Drehtage und Schnitt. Was den Preis genau treibt, lesen Sie in Was kostet ein Imagefilm? Preise in der Schweiz.

Social Media Videos werden meist als laufende Betreuung gekauft, mit einer festen Zahl Videos pro Monat. Hier zählt nicht der Preis pro Video, sondern was über ein Jahr zusammenkommt, und ob jemand dranbleibt. Kommt Werbung dazu, braucht es zusätzlich ein Werbebudget. Ein kleiner Betrieb startet sinnvoll mit einigen hundert Franken pro Monat.

Der ehrliche Vergleich ist darum nicht «einmal gegen monatlich». Er lautet: Was soll das Video in den nächsten zwölf Monaten für Ihren Betrieb tun?

Wann ein Imagefilm die bessere Wahl ist

Ein Imagefilm lohnt sich, wenn Ihre Kunden lange überlegen, bevor sie entscheiden. Zum Beispiel bei grösseren Aufträgen, im Geschäft mit anderen Firmen oder bei Investitionen. Dann besucht man die Website mehrmals, und der Film arbeitet jedes Mal mit.

Er lohnt sich auch, wenn Sie ihn an vielen Orten einsetzen können: an Messen, in Offerten, im Verkaufsgespräch, in der Bewerbung. Und wenn sich Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren nicht stark verändert. Ein Imagefilm mit einem Team, das zur Hälfte nicht mehr da ist, schadet mehr, als er nützt.

Wann Social Media Videos die bessere Wahl sind

Social Media Videos passen besser, wenn Sie neue Kunden in der Region erreichen wollen, die Sie noch nicht kennen. Ebenso, wenn Sie Mitarbeiter suchen, denn Bewerber schauen heute zuerst auf Instagram und erst dann auf die Stellenseite. Wie das konkret aussieht, zeigt unser Beitrag Recruiting Video erstellen: So finden KMU Mitarbeiter. Und wenn bei Ihnen regelmässig etwas passiert, das man zeigen kann: neue Projekte, saisonale Angebote, ein Team, das man gerne zeigt.

Ein Punkt wird oft unterschätzt: Social Media Videos brauchen keine grosse Produktion. Bei unseren laufenden Kunden reicht meist ein kurzer Drehtermin an einem Ort. Daraus entstehen mehrere kurze Videos mit Text oder Voiceover. Niemand aus Ihrem Team muss vor der Kamera sprechen, wenn er nicht will.

Die Lösung, die oft am meisten bringt

Für viele KMU ist die Antwort nicht entweder oder, sondern eine Reihenfolge. Zuerst einige Monate regelmässige Social Media Videos. Dabei sehen Sie, welche Themen, welche Bilder und welche Botschaften bei Ihren Kunden ankommen. Danach, falls Sie ihn dann noch brauchen, einen Imagefilm, der genau diese Botschaften aufnimmt.

Andersherum geht es auch: Bei einem Imagefilm-Dreh lassen sich nebenbei Ausschnitte im Hochformat aufnehmen, die später als Social Media Videos laufen. Das kostet am Drehtag wenig zusätzlich und gibt Ihnen Material für Monate. Fragen Sie danach, bevor gedreht wird.

Drei Fragen, bevor Sie entscheiden

Wo soll das Video gesehen werden: auf Ihrer Website oder im Feed von Leuten, die Sie noch nicht kennen?

Wer soll danach etwas tun: ein Kunde, der anfragt, oder ein Bewerber, der sich meldet?

Haben Sie in sechs Monaten etwas Neues zu zeigen? Wenn ja, sprechen die Antworten meist für Social Media Videos. Wenn Ihr Angebot über Jahre gleich bleibt, eher für den Imagefilm.

Wenn Sie unsicher sind, was für Ihren Betrieb passt: Wir schauen es in einem 30-minütigen Gespräch gemeinsam an. Danach wissen Sie, welches Format Sie brauchen, auch wenn es nicht unseres ist.

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Autor: Enis Shaqiri, Inhaber MARU Studio, Winterthur (MA Content Creation & Online Marketing)